Viagra ist vor allem als Mittel gegen erektile Dysfunktion bekannt. Doch wozu dient Viagra über die Behandlung der erektilen Dysfunktion hinaus? Der Wirkstoff Sildenafil hat tatsächlich weitere medizinische Anwendungen, die mit seiner gefäßerweiternden Wirkung zusammenhängen. Manche davon sind anerkannt und zugelassen, andere werden erforscht – wieder andere sind reine Mythen.
Wozu dient Viagra über die Behandlung der erektilen Dysfunktion hinaus?
Sildenafil dient über die erektile Dysfunktion hinaus vor allem der Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie; weitere Anwendungen werden erforscht.
Die anerkannte Zweitanwendung: pulmonale Hypertonie
Die wichtigste weitere Anwendung von Sildenafil ist die Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie, also eines erhöhten Blutdrucks in den Lungengefäßen. Hier wird der Wirkstoff – meist unter einem anderen Handelsnamen – genutzt, um die Lungengefäße zu erweitern und das Herz zu entlasten. Das ist kein Zufall: Genau diese gefäßerweiternde Eigenschaft war ursprünglich der Forschungsansatz, aus dem Viagra hervorging.
Weitere untersuchte Einsatzgebiete
Über die zugelassenen Anwendungen hinaus wird Sildenafil in verschiedenen Bereichen untersucht. Diskutiert wurde etwa ein möglicher Nutzen bei der Höhenkrankheit, da die Erweiterung der Lungengefäße in großer Höhe hilfreich sein könnte. Auch andere Forschungsfelder existieren. Wichtig ist: Solche Anwendungen sind nicht allgemein etabliert und sollten niemals im Selbstversuch erfolgen.
Was Viagra nicht kann
Rund um Viagra ranken sich viele übertriebene Behauptungen. Es ist kein Leistungssteigerer für Gesunde, kein Mittel gegen mangelndes Verlangen und kein „Wundermittel“. Mehr dazu, ob eine Person ohne Erektionsstörung Viagra nehmen sollte, und was es mit afrikanischem Viagra auf sich hat. Ob es in jungen Jahren sinnvoll ist, lesen Sie unter Viagra in den 20ern.
Immer ärztlich begleitet
Ob Viagra für eine bestimmte Anwendung infrage kommt, entscheidet allein der Arzt. Jede Anwendung außerhalb der erektilen Dysfunktion gehört in fachkundige Hände, da Dosierung, Sicherheit und Wechselwirkungen genau abgewogen werden müssen. Wer generell vorsichtig sein muss, liest wer sollte Viagra nicht einnehmen. Alle Themen finden Sie in der Rubrik erektile Dysfunktion und männliche Sexualgesundheit.
Warum man nicht selbst experimentieren sollte
Dass ein Wirkstoff mehrere Anwendungen hat, verleitet manche dazu, ihn eigenmächtig für andere Zwecke zu nutzen. Davon ist dringend abzuraten. Die Anwendung von Sildenafil bei pulmonaler Hypertonie etwa erfolgt in genau festgelegter Dosierung und unter ärztlicher Überwachung, da es um eine ernste Erkrankung geht. Auch vermeintliche „Geheimtipps“ – etwa zur Steigerung der sportlichen Leistung oder gegen Höhenkrankheit – sollten niemals im Selbstversuch ausprobiert werden. Die gefäßerweiternde Wirkung kann den Blutdruck senken und mit anderen Mitteln gefährlich zusammenwirken. Nur ein Arzt kann beurteilen, ob und in welcher Dosis eine bestimmte Anwendung sinnvoll und sicher ist.
Häufige Fragen
- Wofür dient Viagra außer gegen erektile Dysfunktion?
- Vor allem zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie; weitere Einsatzgebiete wie die Höhenkrankheit werden erforscht.
- Warum wirkt Sildenafil auch in der Lunge?
- Weil es die Blutgefäße erweitert – diese Eigenschaft war ursprünglich der Forschungsansatz, aus dem Viagra entstand.
- Darf ich Viagra für andere Zwecke selbst anwenden?
- Nein. Jede Anwendung außerhalb der erektilen Dysfunktion gehört in ärztliche Hände.