Kolumne 21

von Matthias Kayser

Öko-SM

Liebe Freunde von Samt und Seide, nach der letzten, etwas ernsten Kolumne gebe ich in diesem Monat mal wieder etwas Lustiges zum Besten. Es gibt ja in der Erotik die unterschiedlichsten Fetische. Manche kommen ohne sonderlich viel Geld aus, andere sind recht kostenintensiv. So auch der,  den ich diesmal aufs Korn genommen habe.
Viele Liebhaber der SM-Erotik investieren Hunderte von Euros, um ihre diversen Werkzeuge und Bekleidungsstücke zu erwerben. Schon das Ausgeben horrender Summen und das damit einhergehende Strapazieren des Portemonnaies setzt eine gewisse Leidensfähigkeit voraus.
Aber muss man wirklich ein Großverdiener sein, um diesen Fetisch ausleben zu können?
Die Lösung dazu kam mir bei einem Spaziergang im bewaldeten Hamburger Randgebiet: Der preisbewusste Anhänger des SM-Fetisches greift in kreativer Weise auf Mittel zurück, die ihm Mutter Natur zur gefälligen Verfügung stellt!
Die erste Idee, natürliche Ressourcen für SM-Spiele zu benutzen, bekam ich, als mir auf dem Erdboden ein paar Kastanien samt Stiel ins Auge fielen. Die leuchtend grünen, stachelbewehrten Kügelchen sind bestimmt hervorragend als Schlagwerkzeug geeignet. Oder aber man zwingt den Sub bzw. die Subse, sich darauf zu setzen oder in diverse Körperöffnungen einführen zu lassen.
Auch frische Brennessel (schreibt man das jetzt eigentlich mit drei „n“? Grübel ... Rechtschreib-SM hatte ich noch gar nicht!) spendet willig ihre quälenden Stoffe für zärtlich-schmerzhafte Streicheleinheiten oder Spanking auf vegetarische Art (fürs Leder muss ja das Tier sein Leben lassen).
Jeder Liebhaber von richtig derben Peitschenschlägen schneidet sich einfach mit einem Taschenmesser ein Stück Weidenrute ab, und auf geht´s, an biodynamische Striemen-Festival!
Wer mal das ultimative Jucken im Anus oder der Pussy verspüren möchte, bekommt am Besten eine angeritzte Hagebutte eingeführt. Ich wette, Reizstrom ist eine Lachnummer dagegen!
Vogelfedern samt Kiel lassen sich in optimaler Weise zum Strapazieren der Haut benutzen, entweder zum Streicheln bis es weh tut, oder in der brutaleren Variante zum Aufritzen.
Sie sehen, der Fantasie sind auch hier keine Grenzen gesetzt, und die Liste der verfügbaren Bio-SM-Tools ist hiermit noch lange nicht erschöpft! Also lassen Sie sich doch auch mal bei einem Ausflug in den Wald inspirieren, dann beginnt der Spaß am SM schon beim Sammeln!

Was die Kleidung betrifft, schauen Sie doch mal im Shop von Samt und Seide rein, dort lässt sich bestimmt etwas geschmeidiges finden, sowohl für die Dame als auch für den Herrn.

Bis zum nächsten Mal, wenn alle Wunden verheilt sind,

Ihr Matthias Kayser