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Das Geheimnis des Weihnachts-Schweifsterns
Passend zur Weihnachtszeit habe ich kräftig in meiner Denkterrine herum gerührt, um eine passende Geschichte zu kreieren. Wenn schon kein Schnee liegt, dafür aber die Büsche und Bäume schon wieder Knospen hervor treiben, möchte ich dem Ganzen die Krone aufsetzen und das Weihnachstfest etwas „ad absurdum“ führen.
Es begab sich also zu der Zeit, da schickte die Königin Angela ihre Schergen durchs Land, um die Kunde von erhöhten Lehnszahlungen zu verbreiten. Franz, Peer und Peter-Michael machten sich also mit ihren mehrlitrigen Luxuskutschen auf den Weg. Aber ach – was mussten sie erleben! Bezogen die drei anfangs noch kräftig Prügel, ihre Karossen zahlreiche Beulen und wurden aus beinahe jedem Ort mit Schimpf und Schande fort gejagt, so kümmerte sich bald niemand mehr um sie. Wo das Trio auch auftauchte, man hörte ihnen nicht mehr zu, würdigte sie keines Blickes, ja verlachte sie geradezu bei jedem öffentlichen Auftritt. Und es kam noch schlimmer. Da die Temperaturen eher frühlingshaft waren, liefen die Menschen immer noch in luftigen Kleidern umher. Eines Tages tauchte zu allem Überfluss auch noch ein Komet auf, der so hell schien, dass man ihn selbst am hellerlichten Tage sehen konnte! Und, wie jeder weiß, haben Kometen ja einen überaus schlechten Einfluss auf das Schicksal der Menschheit. Auch wenn Kirche und Wissenschaft sich seit geraumer Zeit intensiv bemühen, diese Mächte ins Reich des Aberglaubens zu verweisen, tief im Innersten spürt ein jeder von uns die verwerfliche Macht solcherlei Schweifsterne. Wie der Name schon sagt, ist also ein „Schweif“ zu sehen. Dieser Unglücksstern übte einen besonders verstörenden Zauber aus: er machte die Menschen geil und lüstern, denn als sie des Schweifes ansichtig wurden, erlagen sie seinem mächtigen Phallus-Zauber. Am hellerlichten Tag, wo die drei Schergen auch auftauchten, rissen sich Mann und Frau die Kleider vom Leib, um der körperlichen Liebe zu fröhnen. Sex lag in der Luft, dick wie Sirup. Keiner konnte sich der Kraft des Kometen entziehen, so auch nicht Franz, Peer und Peter-Michael. Alsbald hatten sie ihren Auftrag vergessen und vögelten sich ihre korrumpierten Seelen aus den Leibern. Da sie aber über eine sehr schlechte Gesundheit verfügten und demzufolge von schwächlicher Konstitution waren, raffte das kräftzehrende Lotterleben sie alsbald dahin. Das Volk vögelte indessen munter weiter und die Sexshops sahen einem goldenen Zeitalter entgegen, dass ihre Kassen lauter klingen ließ, als die maroden Kirchenglocken, die verzweifelt gegen die Wollust anzuläuten versuchten.
Königin Angela grämte sich derweil so dermaßen, dass ihre Mundfalten die Wangen bald wie Lefzen einer Bulldogge herabhängen ließen. Doch die Rettung sollte nahen: Ihr Lakai Frank-Walter kehrte aus dem Morgenlande Afghanistan zurück, im Schlepptau eine Horde wilder Männer, in deren Augen die Wollust brannte. Alles weitere kann der geneigte Leser sich selbst ausmalen.
Erst am Tag der Eisheiligen verschwand der Komet, und mit ihm auch der Spuk. Bis dahin hatte das Volk dermaßen viel erotisches Allerlei verkonsumiert, dass die Kassen der Königin zum Bersten gefüllt waren. So ward ein jeder auf seine Weise glücklich.
Was für eine durchgeknallte Geschichte. Ich muss dringend meinen Astrologen befragen, ob ich unter dem Einfluss irgendeines morbiden Sternes stehe. Doch bis ich einen Termin bei ihm bekommen habe, stöbere ich noch ein wenig im Shop von „Samt und Seide“ umher, um meiner Liebsten etwas Lustvolles zu Weihnachten zu schenken.
Eine sinnliche Weihnachtszeit wünscht
Ihr Matthias Kayser
P.S.: Auch die „19“ werden nicht unseren Eros killen!
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